Der wahre Kaffee

“Der Kaffee muss heiß wie die Hölle,
schwarz wie der Teufel,
rein wie ein Engel,
süß wie die Liebe Sein.”

Charles Maurice Talleyrand
französischer Diplomat (1754 – 1838)

Die Ursprünge der Kaffeenutzung liegen im Nahen Osten und sind Legenden umwoben. Alle Geschichten sind jedoch mit dem vollen Geschmack und der anregenden Wirkung des Getränks verbunden.

Der Legende nach beobachtete der  Maronitenmönch Naironus Banesius eine Viehherde dabei, wie die Tiere kleine runde Früchte eines Baumes von der Weide fraßen. Die Hirten der Herde beklagten sich jedoch, dass die Tiere besonders nachts sehr lebhaft seien und lange keinen Schlaf fänden. Naironus Banesius ging der Sache auf den Grund und bereitete sich quasi im Selbstexperiment einen Sud aus den Früchten. Nur um  festzustellen, dass seine Müdigkeit verschwand und er auch spät in der Nacht seinem Gebeten nachgehen konnte.

Aber die Geschichte des Kaffeebaums aus der Region Kaffa wurde schon viel früher geschrieben. Tatsächlich soll die Region im abessinischen Hochland von Äthiopien die Heimat des Kaffees sein. Und der Name Kaffa wurde für die Namensgebung des Heißgetränks entlehnt.

Im Vorderen Orient war es erst im 15. Jahrhundert üblich Kaffee zu trinken. Vorher war das Getränk eher als Heilmittel und zur Anregung des allgemeinen Wohlbefindens bekannt. Im Jahre 1454 soll der Scheich Gemaleddin die ersten Kaffeeplantagen im Jemen angelegt haben und damit den Kaffeeanbau kultiviert haben. Im von den Muslimen geprägten Orient war der Genuss von alkoholischen Getränken strengstens verboten. Was die Attraktivität des Kaffees beförderte. An der weiten Verbreitung des Kaffees waren zu großen Teilen die Türken schuld. Denn sie eroberten große Gebiete Kleinasiens bis hin nach Ägypten. Damit waren fast alle Anbaugebiete des Kaffees in ihrem Besitz. Noch heute ist der Kaffee deshalb bei uns auch als “Türkentrank” bekannt.

“C-A-F-F-E-E,
trink nicht zu viel Kaffee,
nicht für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven,
macht dich blass und krank.
Sei doch kein Muselman,
der das nicht lassen kann.”

Die Osmanen weiteten ihr Herrschaftsgebiet im 16. Jahrhundert bis nach Südosteuropa aus. Hier prägten bald öffentliche Kaffeehäuser, als Orte der Kultur, das Straßenbild. Man traf sich auf einen gepflegten Schwatz, lauschte den Geschichtenerzählern oder sah Aufführungen des Schattenspieltheaters bei einer heißen Tasse Kaffee.

Europäische Reisende brachten den Kaffee als Souvenir im 16. und 17. Jahrhundert in die nordwestlichen Teile Europas. Hier schätze man zuerst seine medizinischen Eigenschaften. Erst ab dem 17. Jahrhundert begann der rege Kaffeehandel zwischen dem Orient und Europa. Städte wie Wien, Venedig, Marseille, Oxford, London und Paris verdanken unter anderem dem Kaffee eine große wirtschaftliche Bedeutung.

Gerade in Wien entwickelten sich die Kaffeehäuser zu einem wichtigen Ort der Kultur. Vertreter der Schönen Künste trafen sich und hielten für Mäzene und Kunstfreunde Hof. Und so manches schriftstellerische Werk von Weltrang ist in einem Wiener Kaffeehaus entstanden.

In den Wiener Kaffeehäusern bürgerte sich ein, den bitteren Kaffee auf Wunsch mit Zucker und Milch oder Sahne zu verfeinern und mit einem Glas Wasser zu servieren.

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